Protokoll einer Delegationsreise: Ausweitung des Fußballprojektes in Commondale geplant

Im Juni 2017 hatte sich eine dreiköpfige Delegation mit dem Vorsitzenden Rolf-Arnd Marewski sowie den Vereinsmitgliedern Jan Zdanowicz und Dr. Peter Zängl nach Commondale aufgemacht, um vor Ort zu schauen, wie sich das Fußballprojekt Borussia Commondale seit dem letzten Besuch weiterentwickelt hat. Der Eindruck war insgesamt sehr positiv. Mit den Verantwortlichen in Südafrika wurde über eine Verzahnung von Projekten und Maßnahmen für die nächste Zeit gesprochen sowie darüber, den Informationsfluss nach Dortmund zu intensivieren und zu verstetigen.

Muzi Hlatshwayo freut sich über das Dortmund-Nashorn im Fußball-Design

In mehreren Gesprächen mit den Kontaktpersonen des Vereins, Johnny Engelbrecht und Pastor Tom (beide Projekt TTN – Thol’ulwazi – Thol’impilo gegen HIV/Aids) sowie Sozialarbeiter Muzi Hlatshwayo, wurde vereinbart, eine Kooperation von TTN mit Borussia Commondale zu prüfen. Der Plan ist, gemeinsam vier Schulen in der Umgebung von Commondale regelmäßig anzufahren, um dort zum einen medizinische Aufklärung zu betreiben und zum anderen niederschwellige Sportangebote für die Kinder zu unterbreiten. Organisation und Leitung des Kooperationsprojektes sollte bei Pastor Tom liegen, die Koordination der Sporteinsätze bei Muzi Hlatshwayo, der dafür natürlich personelle Unterstützung benötigte. Für den Förderverein würde dieser Ansatz finanzielle Anstrengungen über den bisherigen Umfang hinaus erfordern. Einen entsprechenden Budgetplan sollten die südafrikanischen Partner baldmöglichst einreichen. Inzwischen wurden Idee und Kostenrahmen im Vorstand des Fördervereins ausgiebig erörtert und für sinnvoll erachtet. Das wurde den Partnern in Südafrika auch übermittelt. Eine verbindliche Rückäußerung steht derzeit noch aus.

Dortmund überrascht. Dich. Auch in Südafrika.

Auf dem Fußballplatz von Borussia Commondale konnte die Gruppe einem kleinen Turnier mit vier Kindermannschaften ( 8 -13 Jahre) beiwohnen. Was den Dortmundern sofort auffiel war, dass die beteiligten Kinder offensichtlich geschult worden waren. Im Spiel waren Eigenschaften wie Fairness, Disziplin und taktisches Verständnis erkennbar. Allerdings fiel auch auf, dass etliche Kinder ohne Schuhe spielen mussten und lediglich drei zusammensteckbare Kindertore zur Verfügung standen. So erhielt Muzi den Auftrag, ein viertes Tor zu kaufen, so dass in Zukunft auf zwei Plätzen parallel trainiert und gespielt werden kann. Darüber hinaus machte sich die Delegation auf ins nächstgelegene Sportgeschäft, um zwölf Paar Fußballschuhe zu erwerben. Die Schuhe wurden wie auch zahlreiche aus Dortmund mitgebrachte T-Shirts und Trinkflaschen auf dem Sportplatz an Muzi und die Kinder übergeben.

Interessante Erkenntnisse brachte ein Besuch der Grundschule, die unmittelbar an den Fußballplatz angrenzt. Die Schulleiterin berichtete über die sozialen Probleme in der Region und hob die hohe Bedeutung des Fußballprojekts hervor. Viele der Grundschüler wüchsen als Waisen oder Halbwaisen auf. Für sie seien Muzi und der Fußball so etwas wie der Lebensmittelpunkt. Muzi versuche, den Kindern spielerisch Werte wie Verlässlichkeit, Teamfähigkeit, Pünktlichkeit und Disziplin zu vermitteln.

Ein Austausch mit Vertretern der NGO „Sport for Social Change Network“ ergab schließlich Hinweise auf neue Finanzierungsmöglichkeiten, die das Projekt und den Förderverein ggf. weiterbringen können. Die Organisation hat die Aufgabe übernommen, soziale Projekte und Sportprojekte miteinander zu verzahnen und staatliche wie private Fördertöpfe für kleine bis mittelgroße Projekte zu finden.